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Dienstag, 13. Mai 2008
Von den Anfängen... Teil 2
susisdiary, 14:48h
Um die Stille zu brechen, fragte ich: „Ja und? Was hat er geschafft?“
„Was wohl?! Er ist endlich von seinem blöden Internat geflogen! Er kommt wieder zurück!“, rief Dennis freudig aus.
Für einen winzigen Moment war es totenstill. Das Eis schmolz langsam in der Sommerhitze dahin, während ich die linke Augenbraue nach oben zog und Dennis kritisch beäugte. Jan dagegen saß mit großen Augen und offenem Mund da. Ihm war vor Verblüffung doch tatsächlich die Kinnlade hinunter gefallen!
„Aber das ist noch nicht alles. Daniel ist schon morgen Nachmittag wieder da!“, fügte Florian noch hinzu, lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück und ließ seinen Blick wieder über meinen Ausschnitt schweifen.
Ich tolerierte es und hakte stattdessen nach: „So plötzlich? Wir haben immerhin noch eine Woche Schule, bis die Sommerferien beginnen.“
„Das stimmt schon, aber er hält es im Internat einfach nicht mehr aus. Er muss seine Eltern solange genervt haben, dass sie ihn schon früher heruntergenommen haben. Stellt euch vor, ab nächstem Schuljahr ist er wieder bei uns! Dann sind wir alle wieder beisammen, und es ist wieder beim Alten!“, freute sich Dennis.
Doch Florian musste wieder einmal austeilen: „So ganz beim Alten ist es nicht, schließlich wird Max sitzen bleiben. Folglich ist er nach den Ferien nicht mehr in unserer Stufe.“
Beschämt sah Max zu Boden. Ihm war es peinlich, dass er sitzen blieb. Mich störte es nicht, aber ihn nahm es ziemlich mit. Seine Mutter, also meine Tante, war nicht gerade begeistert davon, es passte nicht in ihr Bild von einem Sohn aus gutem Hause. Genauso verhielt es sich bei ihr mit der Tatsache, dass ihr jüngster Sohn Jan eine Realschule besuchte. Für sie hatte es gefälligst so zu sein, dass ihre Söhne beide ein Gymnasium besuchten und das Abitur ohne Sitzenbleiben bestanden, um dann erfolgreich ein Studium abzuschließen. Mit diesem Bild sah sich Max konfrontiert und fühlte sich wie ein Versager. Er hatte seine Eltern und besonders seine Mutter enttäuscht, die so viele Hoffnungen in ihn setzte, schließlich könnte er einmal die Firma seines Vaters übernehmen. Und dann war da noch die heiß geliebte Oma, deren Lieblingsenkel die kleine Prinzessin war, bei der immer alles perfekt war und bei der es nichts zu beanstanden gab.
Ich wusste, wie schlecht sich Max fühlte, und er tat mir unendlich Leid. Gerade deshalb fand ich es von Florian absolut dämlich, so ein dummes Kommentar abzugeben, aber das war eben typisch für ihn: Immer austeilen und nie selbst einstecken. Mittlerweile sollte ich mich an sein Verhalten gewöhnt haben, dem ist nicht so. Jedes Mal überrascht er mich mit seinen Spitzen aufs Neue.
Inzwischen war der Radio verstummt. Jan hatte ihn ausgemacht, mit der Bemerkung, dass die ollen Schinken, die sie den ganzen Mittag rauf und runter spielten, nur öde wären.
Frank wischte sich mit seiner Hand über den von Schokoeis verschmierten Mund. Das ist auch so eine Marotte, die mir jedes Mal sauer aufstößt, aber inzwischen habe ich es aufgegeben, dagegen vorzugehen. Breit grinsend sah er zu mir hinüber. Wahrscheinlich hatte er gemerkt, dass ich mit den Augen unwillkürlich gerollt hatte, als er sich über den Mund fuhr.
Sogleich mischte er sich munter in das Gespräch ein: „Dann hat er es aber nicht wirklich lange da ausgehalten, nicht?“
„Das stimmt“, antwortete Max, „ein ganzes Schuljahr hat er dort irgendwie über die Bühne gebracht.“
„Irgendwie ist gut. Ich frage mich, was er dort gemacht hat, wo er jetzt die Elf wiederholen muss. Dann muss er sich wirklich dämlich angestellt haben, denn wer bleibt schon auf so einer Schule sitzen“, stellte Dennis fest.
Beim Wort Sitzenbleiben wanderten Florians Mundwinkel nach oben, und er fügte Folgendes hinzu: „Also Sitzenbleiben ist doch nun wirklich nicht schwer, da brauchen wir nur unseren Experten befragen. Nicht wahr Max?“
„Was wohl?! Er ist endlich von seinem blöden Internat geflogen! Er kommt wieder zurück!“, rief Dennis freudig aus.
Für einen winzigen Moment war es totenstill. Das Eis schmolz langsam in der Sommerhitze dahin, während ich die linke Augenbraue nach oben zog und Dennis kritisch beäugte. Jan dagegen saß mit großen Augen und offenem Mund da. Ihm war vor Verblüffung doch tatsächlich die Kinnlade hinunter gefallen!
„Aber das ist noch nicht alles. Daniel ist schon morgen Nachmittag wieder da!“, fügte Florian noch hinzu, lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück und ließ seinen Blick wieder über meinen Ausschnitt schweifen.
Ich tolerierte es und hakte stattdessen nach: „So plötzlich? Wir haben immerhin noch eine Woche Schule, bis die Sommerferien beginnen.“
„Das stimmt schon, aber er hält es im Internat einfach nicht mehr aus. Er muss seine Eltern solange genervt haben, dass sie ihn schon früher heruntergenommen haben. Stellt euch vor, ab nächstem Schuljahr ist er wieder bei uns! Dann sind wir alle wieder beisammen, und es ist wieder beim Alten!“, freute sich Dennis.
Doch Florian musste wieder einmal austeilen: „So ganz beim Alten ist es nicht, schließlich wird Max sitzen bleiben. Folglich ist er nach den Ferien nicht mehr in unserer Stufe.“
Beschämt sah Max zu Boden. Ihm war es peinlich, dass er sitzen blieb. Mich störte es nicht, aber ihn nahm es ziemlich mit. Seine Mutter, also meine Tante, war nicht gerade begeistert davon, es passte nicht in ihr Bild von einem Sohn aus gutem Hause. Genauso verhielt es sich bei ihr mit der Tatsache, dass ihr jüngster Sohn Jan eine Realschule besuchte. Für sie hatte es gefälligst so zu sein, dass ihre Söhne beide ein Gymnasium besuchten und das Abitur ohne Sitzenbleiben bestanden, um dann erfolgreich ein Studium abzuschließen. Mit diesem Bild sah sich Max konfrontiert und fühlte sich wie ein Versager. Er hatte seine Eltern und besonders seine Mutter enttäuscht, die so viele Hoffnungen in ihn setzte, schließlich könnte er einmal die Firma seines Vaters übernehmen. Und dann war da noch die heiß geliebte Oma, deren Lieblingsenkel die kleine Prinzessin war, bei der immer alles perfekt war und bei der es nichts zu beanstanden gab.
Ich wusste, wie schlecht sich Max fühlte, und er tat mir unendlich Leid. Gerade deshalb fand ich es von Florian absolut dämlich, so ein dummes Kommentar abzugeben, aber das war eben typisch für ihn: Immer austeilen und nie selbst einstecken. Mittlerweile sollte ich mich an sein Verhalten gewöhnt haben, dem ist nicht so. Jedes Mal überrascht er mich mit seinen Spitzen aufs Neue.
Inzwischen war der Radio verstummt. Jan hatte ihn ausgemacht, mit der Bemerkung, dass die ollen Schinken, die sie den ganzen Mittag rauf und runter spielten, nur öde wären.
Frank wischte sich mit seiner Hand über den von Schokoeis verschmierten Mund. Das ist auch so eine Marotte, die mir jedes Mal sauer aufstößt, aber inzwischen habe ich es aufgegeben, dagegen vorzugehen. Breit grinsend sah er zu mir hinüber. Wahrscheinlich hatte er gemerkt, dass ich mit den Augen unwillkürlich gerollt hatte, als er sich über den Mund fuhr.
Sogleich mischte er sich munter in das Gespräch ein: „Dann hat er es aber nicht wirklich lange da ausgehalten, nicht?“
„Das stimmt“, antwortete Max, „ein ganzes Schuljahr hat er dort irgendwie über die Bühne gebracht.“
„Irgendwie ist gut. Ich frage mich, was er dort gemacht hat, wo er jetzt die Elf wiederholen muss. Dann muss er sich wirklich dämlich angestellt haben, denn wer bleibt schon auf so einer Schule sitzen“, stellte Dennis fest.
Beim Wort Sitzenbleiben wanderten Florians Mundwinkel nach oben, und er fügte Folgendes hinzu: „Also Sitzenbleiben ist doch nun wirklich nicht schwer, da brauchen wir nur unseren Experten befragen. Nicht wahr Max?“
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