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Donnerstag, 22. Mai 2008
Von den Anfängen... Teil 6
susisdiary, 18:09h
Endlich war es soweit; der große Tag war gekommen. Leons Geburtstag stand vor der Tür. Bereits ein Tag vor dem sehnsüchtig erwarteten Ereignis zerbrach ich mir den Kopf darüber, was ich bloß anziehen konnte. Ich hatte zwar mehr als genug Sachen für den Aufenthalt bei meiner Tante eingepackt, doch irgendwie meinte ich, es wäre nichts Passendes dabei. Glücklicherweise bot mir meine Tante an, zusammen mit ihr einkaufen zu gehen. Natürlich wollten Max, Jan und Frank uns begleiten, schließlich konnte man so etwas mit abstauben.
Ganze drei Stunden waren wir ohne Pause unterwegs. Ständig fiel meiner Tante noch ein weiterer Laden ein, in dem man sich das farbenprächtige Angebot ansehen konnte. Die drei Jungs waren ziemlich platt, aber meine Tante war erbarmungslos; sie nutzte die Chance der Stunde, um sämtliche Läden abzuklappern und sich mit schicken Stücken neu einzukleiden. Ihre zwei Jungs vergaß sie dabei natürlich nicht. Für die beiden wurden noch ein paar neue, teure Jeans und Shirts gekauft, wo ich mich langsam fragte, in welchen Schrank das ganze Zeug noch passen sollte. Die Schränke meiner beiden Cousins waren nämlich am Überquellen. Wie viel Geld in diesen drei Stunden ausgegeben wurde, möchte ich auch nicht unbedingt wissen; es muss ein riesiger Batzen gewesen sein. Immerhin wurde ich fündig und erstand das perfekte Outfit. Mein Bruder wurde nur bei einem Playstationspiel schwach, wo meine Cousins natürlich auch zuschlagen mussten. Es geht doch kein Einkauf, ohne dass man sich nicht ein neues Spiel kauft. Nicht wahr?
Nach diesen drei Stunden suchten wir ein passendes Lokal. Unsere Wahl fiel auf einen Italiener, der eine bezaubernde Sonnenterasse auf einem sonnendurchfluteten Platz sein Eigen nennen durfte. Wir nahmen an einem Tisch auf der Terrasse Platz und suchten uns was Leckeres zu essen aus. Während mein Bruder und Jan die üblichen Spaghetti Bolognese bestellten, hatte ich Heißhunger auf den Tipp des Tages: Es war ein vorzüglicher Meeresfisch in einer Safransoße mit Beilage. Meine Tante nahm dasselbe, und Max entschied sich für Garnelen.
Als meine Tante die Toilette aufsuchte, tauchte ein riesiger Kerl mit breiten Schultern auf, der sich sogleich unserem Tisch näherte. Ich wollte ihm keinerlei Beachtung schenken, aber nachdem sich Jans Augen vor Angst weiteten, wusste ich, dass ich den nicht ignorieren sollte.
Vorsichtig gab mir Max mit seiner Hand ein Zeichen, das mir verriet, bloß nicht den Mund aufzumachen. Ich war wegen des Zeichens irritiert. Was sollte das jetzt?
Leise fragte ich Jan: „Wer ist das denn?“
„Das ist nur Marvin, der größte Schlägertyp unserer Schule. Der hat mit uns noch eine Rechnung offen“, antwortete Jan so unauffällig wie möglich.
Bevor noch irgendjemand etwas sagen konnte, war Marvin an den Tisch heran getreten, hatte sich in seiner vollen Größe aufgebaut und sagte: „Das ist ja ein Zufall, dass ich euch zwei Wichte hier sehe. Na, wie sieht es aus, wer will mich bezahlen?“
Ich dachte, ich höre nicht richtig! Bezahlen? Der spinnt ja wohl!
So scharf wie möglich befehligte ich: „Lass uns gefälligst in Ruhe! Mit Idioten verkehren wir nicht! Also mach dich vom Acker, bevor ich ungemütlich werde!“
Max` Augen weiteten sich und seine Kinnlade fiel nach unten. Wahrscheinlich konnte er nicht glauben, was er da soeben vernommen hatte, und ich glaubte es selbst nicht. Warum hatte ich so was gesagt?
Mir blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn schon schrie Marvin empört: „Was mischst du blöde Ziege dich ein? Du hast damit nichts zu tun! Ich kassiere, von wem und weswegen ich will! Klar?“
„Gar nichts ist klar. Du gehst jetzt besser, oder es passiert noch was“, zischte ich.
„Du willst mir drohen? Ein Mädchen und mir drohen? Weißt du eigentlich, wer ich bin?“, brüllte Marvin.
Jan und Max zuckten zusammen. Die beiden mussten mich für verrückt halten, dass ich mich mit diesem Idioten anlegte. Bestimmt war ich das in diesem Moment auch, doch ich war so in Rage, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Ich vertrage es nämlich überhaupt nicht, wenn jemand meiner Familie droht.
So sagte ich – seltsamerweise – seelenruhig: „Ist mir doch egal, wer du bist. Ich weiß nur, dass ein aggressiver, krimineller Vollidiot vor mir steht, der sich total daneben benimmt.“
Marvins Augen blitzten vor Zorn, Jan und Max waren zu Salzsäulen erstarrt. Spätestens jetzt mussten sie mich für total verrückt und lebensmüde halten. Frank saß auch angespannt in seinem Stuhl und beobachtete mich mit einem kritischen Blick, während ich mich langsam fragte, wo meine Tante so lange steckte. War sie ins Klo gefallen? Und warum kam kein Kellner vorbei, den ich um Hilfe bitten konnte? Wieso half uns kein Gast? Waren die alle taub und blind?
Wutschnaubend sah mir dieser Marvin ins Gesicht. Ich erwiderte seinen fiesen Blick und ließ mich weder beirren noch einschüchtern. Wahrscheinlich war es mein selbstsicheres Verhalten, das das Fass zum Überlaufen brachte. Voller Zorn schlug der Kerl plötzlich auf den Tisch, weshalb ich schlagartig von meinem Stuhl aufstand und mich vor dem Riesen aufbaute.
Wie ein Geisteskranker schrie Marvin: „Was fällt dir dämlichem Flittchen eigentlich ein? Max, pfeif sofort deinen roten Terrier zurück!“
Das Wort Flittchen war eindeutig zu viel. Damit war der Kerl zu weit gegangen. Ich schlug ihm dermaßen heftig ins Gesicht, das es nur so knallte. Vor Schreck und Erstaunen zuckten Jan, Max und Frank zusammen.
Kochend vor Wut rief ich: „Niemand beleidigt mich und meine Familie. Ist das klar? Wenn du weiteren Ärger vermeiden willst, hau endlich ab!“
„Das wird dir noch Leid tun! Niemand verpasst mir ohne weiteres eine Ohrfeige!“, brüllte Marvin und hielt sich seine glühende Backe.
„Du bekommst gleich noch eine, wenn du nicht augenblicklich weg bist“, drohte ich.
Das Wunder geschah. Wie ein gebeutelter Hund zog Marvin den Schwanz ein und verschwand. Max und Jan starrten mich ungläubig an. Es dauerte einen winzigen Moment, bis sie ihre Sprache wieder fanden.
Max war der Erste, der ein Wort an mich richtete: „Bist du übergeschnappt? Weißt du, was du angerichtet hast?“
„Und ob ich das weiß. Ich habe ihn in seine Schranken gewiesen“, antwortete ich und nahm wieder auf meinem Stuhl Platz.
„So kann man es auch ausdrücken“, meinte Frank grinsend.
Genau in diesem Moment tauchte meine Tante wieder auf. Schwungvoll nahm sie die wenigen Stufen, die zur Terrasse führten, und nahm freudig neben uns Platz.
Lachend sagte sie: „Also ihr glaubt gar nicht, was da drinnen los ist! Einen solchen Betrieb habe ich selten erlebt. Und dann war da noch vor der Damentoilette eine riesige Schlange. Irgendjemand muss hier draußen ganz schön geschrieen haben. Habe ich was verpasst?“
„Aber nein, Mama, hier draußen war gar nichts los. Das muss drinnen der Radio gewesen sein“, erklärte Max beschwichtigend.
Ganze drei Stunden waren wir ohne Pause unterwegs. Ständig fiel meiner Tante noch ein weiterer Laden ein, in dem man sich das farbenprächtige Angebot ansehen konnte. Die drei Jungs waren ziemlich platt, aber meine Tante war erbarmungslos; sie nutzte die Chance der Stunde, um sämtliche Läden abzuklappern und sich mit schicken Stücken neu einzukleiden. Ihre zwei Jungs vergaß sie dabei natürlich nicht. Für die beiden wurden noch ein paar neue, teure Jeans und Shirts gekauft, wo ich mich langsam fragte, in welchen Schrank das ganze Zeug noch passen sollte. Die Schränke meiner beiden Cousins waren nämlich am Überquellen. Wie viel Geld in diesen drei Stunden ausgegeben wurde, möchte ich auch nicht unbedingt wissen; es muss ein riesiger Batzen gewesen sein. Immerhin wurde ich fündig und erstand das perfekte Outfit. Mein Bruder wurde nur bei einem Playstationspiel schwach, wo meine Cousins natürlich auch zuschlagen mussten. Es geht doch kein Einkauf, ohne dass man sich nicht ein neues Spiel kauft. Nicht wahr?
Nach diesen drei Stunden suchten wir ein passendes Lokal. Unsere Wahl fiel auf einen Italiener, der eine bezaubernde Sonnenterasse auf einem sonnendurchfluteten Platz sein Eigen nennen durfte. Wir nahmen an einem Tisch auf der Terrasse Platz und suchten uns was Leckeres zu essen aus. Während mein Bruder und Jan die üblichen Spaghetti Bolognese bestellten, hatte ich Heißhunger auf den Tipp des Tages: Es war ein vorzüglicher Meeresfisch in einer Safransoße mit Beilage. Meine Tante nahm dasselbe, und Max entschied sich für Garnelen.
Als meine Tante die Toilette aufsuchte, tauchte ein riesiger Kerl mit breiten Schultern auf, der sich sogleich unserem Tisch näherte. Ich wollte ihm keinerlei Beachtung schenken, aber nachdem sich Jans Augen vor Angst weiteten, wusste ich, dass ich den nicht ignorieren sollte.
Vorsichtig gab mir Max mit seiner Hand ein Zeichen, das mir verriet, bloß nicht den Mund aufzumachen. Ich war wegen des Zeichens irritiert. Was sollte das jetzt?
Leise fragte ich Jan: „Wer ist das denn?“
„Das ist nur Marvin, der größte Schlägertyp unserer Schule. Der hat mit uns noch eine Rechnung offen“, antwortete Jan so unauffällig wie möglich.
Bevor noch irgendjemand etwas sagen konnte, war Marvin an den Tisch heran getreten, hatte sich in seiner vollen Größe aufgebaut und sagte: „Das ist ja ein Zufall, dass ich euch zwei Wichte hier sehe. Na, wie sieht es aus, wer will mich bezahlen?“
Ich dachte, ich höre nicht richtig! Bezahlen? Der spinnt ja wohl!
So scharf wie möglich befehligte ich: „Lass uns gefälligst in Ruhe! Mit Idioten verkehren wir nicht! Also mach dich vom Acker, bevor ich ungemütlich werde!“
Max` Augen weiteten sich und seine Kinnlade fiel nach unten. Wahrscheinlich konnte er nicht glauben, was er da soeben vernommen hatte, und ich glaubte es selbst nicht. Warum hatte ich so was gesagt?
Mir blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn schon schrie Marvin empört: „Was mischst du blöde Ziege dich ein? Du hast damit nichts zu tun! Ich kassiere, von wem und weswegen ich will! Klar?“
„Gar nichts ist klar. Du gehst jetzt besser, oder es passiert noch was“, zischte ich.
„Du willst mir drohen? Ein Mädchen und mir drohen? Weißt du eigentlich, wer ich bin?“, brüllte Marvin.
Jan und Max zuckten zusammen. Die beiden mussten mich für verrückt halten, dass ich mich mit diesem Idioten anlegte. Bestimmt war ich das in diesem Moment auch, doch ich war so in Rage, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Ich vertrage es nämlich überhaupt nicht, wenn jemand meiner Familie droht.
So sagte ich – seltsamerweise – seelenruhig: „Ist mir doch egal, wer du bist. Ich weiß nur, dass ein aggressiver, krimineller Vollidiot vor mir steht, der sich total daneben benimmt.“
Marvins Augen blitzten vor Zorn, Jan und Max waren zu Salzsäulen erstarrt. Spätestens jetzt mussten sie mich für total verrückt und lebensmüde halten. Frank saß auch angespannt in seinem Stuhl und beobachtete mich mit einem kritischen Blick, während ich mich langsam fragte, wo meine Tante so lange steckte. War sie ins Klo gefallen? Und warum kam kein Kellner vorbei, den ich um Hilfe bitten konnte? Wieso half uns kein Gast? Waren die alle taub und blind?
Wutschnaubend sah mir dieser Marvin ins Gesicht. Ich erwiderte seinen fiesen Blick und ließ mich weder beirren noch einschüchtern. Wahrscheinlich war es mein selbstsicheres Verhalten, das das Fass zum Überlaufen brachte. Voller Zorn schlug der Kerl plötzlich auf den Tisch, weshalb ich schlagartig von meinem Stuhl aufstand und mich vor dem Riesen aufbaute.
Wie ein Geisteskranker schrie Marvin: „Was fällt dir dämlichem Flittchen eigentlich ein? Max, pfeif sofort deinen roten Terrier zurück!“
Das Wort Flittchen war eindeutig zu viel. Damit war der Kerl zu weit gegangen. Ich schlug ihm dermaßen heftig ins Gesicht, das es nur so knallte. Vor Schreck und Erstaunen zuckten Jan, Max und Frank zusammen.
Kochend vor Wut rief ich: „Niemand beleidigt mich und meine Familie. Ist das klar? Wenn du weiteren Ärger vermeiden willst, hau endlich ab!“
„Das wird dir noch Leid tun! Niemand verpasst mir ohne weiteres eine Ohrfeige!“, brüllte Marvin und hielt sich seine glühende Backe.
„Du bekommst gleich noch eine, wenn du nicht augenblicklich weg bist“, drohte ich.
Das Wunder geschah. Wie ein gebeutelter Hund zog Marvin den Schwanz ein und verschwand. Max und Jan starrten mich ungläubig an. Es dauerte einen winzigen Moment, bis sie ihre Sprache wieder fanden.
Max war der Erste, der ein Wort an mich richtete: „Bist du übergeschnappt? Weißt du, was du angerichtet hast?“
„Und ob ich das weiß. Ich habe ihn in seine Schranken gewiesen“, antwortete ich und nahm wieder auf meinem Stuhl Platz.
„So kann man es auch ausdrücken“, meinte Frank grinsend.
Genau in diesem Moment tauchte meine Tante wieder auf. Schwungvoll nahm sie die wenigen Stufen, die zur Terrasse führten, und nahm freudig neben uns Platz.
Lachend sagte sie: „Also ihr glaubt gar nicht, was da drinnen los ist! Einen solchen Betrieb habe ich selten erlebt. Und dann war da noch vor der Damentoilette eine riesige Schlange. Irgendjemand muss hier draußen ganz schön geschrieen haben. Habe ich was verpasst?“
„Aber nein, Mama, hier draußen war gar nichts los. Das muss drinnen der Radio gewesen sein“, erklärte Max beschwichtigend.
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