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Dienstag, 3. Juni 2008
Weitere Verwicklungen... Teil 4
susisdiary, 19:01h
Zwei Monate später fand ein Fußballturnier mit Daniels und Leons Mannschaft statt. Max und ich waren frühzeitig gekommen, weil wir ihnen zuvor viel Glück wünschen wollten. Wir hatten uns auf den Weg in den Hallenkomplex zu den Umkleidekabinen gemacht. Das Turnier sollte auf den Plätzen draußen erfolgen. Leider war das Gebäude sehr unübersichtlich. Schließlich fanden wir die Umkleidekabinen.
Wir mussten mitansehen, wie der Trainer mit Leon allein vor den Umkleidekabinen stand und ununterbrochen auf ihn einredete. Zunächst dachten wir, es ginge um taktische Feinheiten oder (um) ein Aufpushen. Als wir aber immer mehr Worte aufschnappten, hörten wir, dass Leon seines Kapitänpostens beraubt war und dass dieser stattdessen an Gabriel gegangen war. Max und ich schauten uns augenblicklich an. In unser beider Gesichter konnte man das blanke Unverständnis ablesen.
Wie um alles in der Welt kann Leon abgesetzt werden? Er hat das doch so gut gemacht?, dachte ich.
Max schien dasselbe zu denken und schüttelte den Kopf. Mit unserem Verständnis konnte der Trainer vorerst nicht rechnen.
In diesem Moment erstarb das Gerede und wir sahen nur noch, dass die Tür der Umkleidekabine geschlossen wurde. Jetzt standen wir allein im Flur. Wir beschlossen, besser draußen auf die Mannschaft zu warten.
Nach wenigen Minuten kamen sie heraus. Daniel und Gabriel liefen vorneweg, während Leon der Letzte war, der die Kabine verließ. Langsam kamen die Drei auf uns zu.
„Na, gut vorbereitet?“, rief Max ihnen freudig entgegen.
„Es geht so“, antwortete Daniel mit einem mitleidigen Blick auf Leon, „wir sind ein wenig umgestellt, deshalb könnte es etwas schleppender beginnen.“
„Ach was! Es wird schon gut laufen, schließlich seid ihr alle gute Kicker!“, meinte Max mit für meinen Geschmack zu viel übertrieben guter Laune.
Ich ging auf Leon zu, drückte ihn fest und sagte: „Auch wenn du nicht mehr Kapitän bist, was mir mehr als Leid tut, du wirst trotzdem fantastisch spielen. Versprichst du mir das?“
Ein leises Ja war mir Antwort genug. Leon und ich gingen zu den anderen drei. Ich beglückwünschte Gabriel zu seinem neuen Posten. Bevor das erste Spiel anfing, drückte ich noch einmal Leon die Hand. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass es Daniel gesehen hatte und nun ein wenig angefressen dreinschaute.
Soll er doch gucken!, dachte ich mir und folgte Max, der einen geeigneten Platz für uns beide suchte.
Unsere Mannschaft gewann das Turnier. Während sich die Jungs in den Umkleidekabinen befanden, war ich auf der Suche nach einer Toilette. Auf Grund etlicher Bauarbeiten innerhalb des Gebäudes waren einige Bereiche gesperrt, was mir mit Max zu Beginn der Veranstaltung schon unnötige Schwierigkeiten bereitet hatte. Die fehlende Übersicht hatte man zwar versucht, mit den nötigen Hinweisschildern zu versehen, aber hatte sich irgendein Idiot den Spaß erlaubt, sie während des Turniers zu entfernen. So irrte ich von Tür zu Tür und kam mir dabei ziemlich blöd vor.
Endlich traf ich einen Handwerker, der mir sagte, ich müsse den Gang weiter rechts lang und dann die erste Tür links. Ich folgte der Beschreibung und war mir, als ich vor der vermeintlich richtigen Tür stand, so sicher, dass ich mir die Tür nicht näher ansah. Ohne die Augen mal richtig aufzumachen, riss ich die Tür auf und betrat den Raum.
Gleich beim zweiten Schritt verlor ich dank meiner supertollen Schuhsohlen das Gleichgewicht, weil ich mitten in eine Pfütze gelaufen war. Ich wäre beinahe hingefallen, wenn mich nicht plötzlich jemand aufgefangen hätte. Erst als ich wieder gerade stand, sah ich, in wessen Armen ich gelandet war. Leon, der lediglich ein Handtuch um die Hüften geschlungen hatte, hielt mich in seinen Armen fest. Ich war starr vor Erstaunen und sah ihn nur mit großen Augen an. In diesem Moment näherte sich uns Daniel von hinten an.
Er fragte: „Susi, was machst du denn hier? Und was hat das denn zu bedeuten?“
„Das fragst du noch?“, meinte Gabriel, der nur in Jeans plötzlich aufgetaucht war, „ich finde, das sieht doch ziemlich eindeutig aus.“
Leon ließ mich schlagartig los, und wir wurden beide tomatenrot. Verlegen sah ich zu Daniel und Gabriel. Während Gabriel breit grinste, sah Daniel sehr verärgert aus. Ich wollte nur noch so schnell wie möglich raus und stammelte eine Erklärung zusammen. Es stellte sich heraus, dass der Handwerker rechts und links verwechselt hatte. Super, dafür war ich so im vorderen Duschbereich der Herren gelandet. Ein Glück, dass ich nicht mitten bei den Duschen herausgekommen war. Das wäre bestimmt megapeinlich geworden. Damit hätte ich die Lacher für die nächsten Wochen gepachtet gehabt. Nicht auszudenken! Obwohl, so ein paar knackige Jungs unter Dusche… egal, jetzt war es ohnehin gelaufen.
Am Abend feierte die Mannschaft mit Freunden ihren überragenden Sieg. Ich war froh, dass mein dämlicher Fehltritt keine weitere Erwähnung fand. Dafür waren sie zu sehr von ihrem eigenen Können überwältig, als dass sie auf solche belanglosen Nebenschauplätze eingegangen wären.
Nichtsdestotrotz spielte mein Fehltritt in einem Gespräch eine Rolle, das ich zufällig auf meinem Weg zu den Getränken mit anhörte. Leon und Daniel hatten sich ein wenig abseits von den anderen feiernden Gruppen platziert und diskutierten eifrig darüber, ob es von mir nicht Absicht gewesen sein könnte, sich in der Tür zu irren. Daniel schien diese Theorie nicht zu passen, was er auch lautstark gegenüber Leon vertrat.
Da lachte Leon nur und sagte: „Jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich werde mich schon zurückhalten. Außerdem bezweifle ich, dass sie überhaupt an mir interessiert wäre. Sie ist viel zu gut für mich und schlichtweg unerreichbar.“
„Sie ist auch unerreichbar für mich, das weißt du. Wir haben Max versprochen, sie in Ruhe zu lassen“, entgegnete Daniel.
„Er tut aber gerade so, als sei aus Zucker oder schlimmer noch, eine Göttin, die nur angebettet und nicht berührt werden darf“, zischte Leon zurück.
„Gut, er übertreibt ein wenig. Trotzdem müssen wir uns an die Absprache halten“, erklärte Daniel.
Leon sah ihn bedeutungsvoll an und sagte mit deutlichem Nachdruck: „Wollen wir nur hoffen, dass Gabriel die Finder von unserer Göttin lässt.“
„Das wird er schon nicht tun“, bekräftigte Daniel.
„Abwarten“, sagte Leon.
Bevor mein sinnloses Herumstehen noch auffiel, eilte ich zu den Getränken. Ich konnte kaum glauben, was ich gehört hatte. Wie konnte sich mein Cousin nur so einmischen? Das war doch nicht seine Sache, oder? Es war einfach wieder typisch für ihn: Er musste wieder gentlemanlike handeln und hatte sich dabei bestimmt nicht so richtig Gedanken über mögliche Folgen gemacht. Und seid wann war ich zu gut für beide?
Es war klar, dass ich mit Max zu reden hatte. Noch am selben Abend wollte ich das in die Tat umsetzen, doch es gelang mir nicht, ihn davon zu überzeugen, diesen Unsinn, den er begonnen hatte, wieder sein zu lassen. Er meinte, er wolle mich nur beschützen. Nach einer längeren Diskussion musste ich feststellen, wie sinnlos es war, weiter darüber zu streiten. Max beharrte auf seiner Position. Immer wieder warf er seinen Freunden vor, wie mies sie sich teilweise verhielten. Ich hatte seine Meinung zu akzeptieren, dennoch sagte sich, er könne nicht erwarten, sein Ding ohne weiteres durchziehen zu können.
Am Abend lag ich sehr lange wach im Bett. Ich brütete dem, was ich gehört hatte. Während ich nachdachte, ging mir immer wieder eine Liedzeile durch den Kopf: „She` s so high like Cleopatra, Joan of Arc or Aphrodite, she` s so high, high above me“.
Dieses Lied verfolgte mich noch die nächsten Wochen. Während ich mich auf den Beginn des Studiums freute, wirkte es so, als ob Daniel und Leon einen Wettstreit ausfochten, wer denn besser für mich geeignet war. Seltsamerweise waren sie auch gleichzeitig die Schiedsrichter, insofern war es fraglich, was dieser kindische Blödsinn eigentlich sollte. Mich beeindruckten sie damit überhaupt nicht. Stattdessen tat ich etwas, womit sie niemals gerechnet hatten: Ich hatte einen neuen Freund.
Von da an war ich wieder unerreichbar, und ihre Kabbeleien gingen zurück. Das lag aber auch daran, dass Gabriel für Leon zu einer ernstzunehmenden Bedrohung geworden war: Er wurde zum begehrtesten Schwarm, beim Fußball hatte er ihn ausgebootet, das Abitur war ihm besser geglückt, er war – warum auch immer – ausgemustert worden und fuhr Leons Traumauto. Es begann, zwischen den beiden zu kriseln, was unsere gemeinsamen Treffen zusätzlich neben der Tatsache belastete, dass ich nicht mehr solo war. Der Einzige, den das aufrichtig freute, war Max. Daniel und Leon dagegen mussten sich vorerst damit abfinden, dass sie abgemeldet waren. Mein Interesse galt in erster Linie meinem Freund, und dabei wollte ich es auch belassen, womit ich aber nicht immer erfolgreich war. Sobald Daniel und ich uns zufällig berührten oder uns einen gewissen Blick zuwarfen, war da wieder dieses bestimmte Gefühl, das einfach nicht verschwinden wollte. Es war sehr hartnäckig und brachte langsam, aber unaufhaltsam die Grenze zum Unerreichbaren immer weiter zum Verschwinden.
Wir mussten mitansehen, wie der Trainer mit Leon allein vor den Umkleidekabinen stand und ununterbrochen auf ihn einredete. Zunächst dachten wir, es ginge um taktische Feinheiten oder (um) ein Aufpushen. Als wir aber immer mehr Worte aufschnappten, hörten wir, dass Leon seines Kapitänpostens beraubt war und dass dieser stattdessen an Gabriel gegangen war. Max und ich schauten uns augenblicklich an. In unser beider Gesichter konnte man das blanke Unverständnis ablesen.
Wie um alles in der Welt kann Leon abgesetzt werden? Er hat das doch so gut gemacht?, dachte ich.
Max schien dasselbe zu denken und schüttelte den Kopf. Mit unserem Verständnis konnte der Trainer vorerst nicht rechnen.
In diesem Moment erstarb das Gerede und wir sahen nur noch, dass die Tür der Umkleidekabine geschlossen wurde. Jetzt standen wir allein im Flur. Wir beschlossen, besser draußen auf die Mannschaft zu warten.
Nach wenigen Minuten kamen sie heraus. Daniel und Gabriel liefen vorneweg, während Leon der Letzte war, der die Kabine verließ. Langsam kamen die Drei auf uns zu.
„Na, gut vorbereitet?“, rief Max ihnen freudig entgegen.
„Es geht so“, antwortete Daniel mit einem mitleidigen Blick auf Leon, „wir sind ein wenig umgestellt, deshalb könnte es etwas schleppender beginnen.“
„Ach was! Es wird schon gut laufen, schließlich seid ihr alle gute Kicker!“, meinte Max mit für meinen Geschmack zu viel übertrieben guter Laune.
Ich ging auf Leon zu, drückte ihn fest und sagte: „Auch wenn du nicht mehr Kapitän bist, was mir mehr als Leid tut, du wirst trotzdem fantastisch spielen. Versprichst du mir das?“
Ein leises Ja war mir Antwort genug. Leon und ich gingen zu den anderen drei. Ich beglückwünschte Gabriel zu seinem neuen Posten. Bevor das erste Spiel anfing, drückte ich noch einmal Leon die Hand. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass es Daniel gesehen hatte und nun ein wenig angefressen dreinschaute.
Soll er doch gucken!, dachte ich mir und folgte Max, der einen geeigneten Platz für uns beide suchte.
Unsere Mannschaft gewann das Turnier. Während sich die Jungs in den Umkleidekabinen befanden, war ich auf der Suche nach einer Toilette. Auf Grund etlicher Bauarbeiten innerhalb des Gebäudes waren einige Bereiche gesperrt, was mir mit Max zu Beginn der Veranstaltung schon unnötige Schwierigkeiten bereitet hatte. Die fehlende Übersicht hatte man zwar versucht, mit den nötigen Hinweisschildern zu versehen, aber hatte sich irgendein Idiot den Spaß erlaubt, sie während des Turniers zu entfernen. So irrte ich von Tür zu Tür und kam mir dabei ziemlich blöd vor.
Endlich traf ich einen Handwerker, der mir sagte, ich müsse den Gang weiter rechts lang und dann die erste Tür links. Ich folgte der Beschreibung und war mir, als ich vor der vermeintlich richtigen Tür stand, so sicher, dass ich mir die Tür nicht näher ansah. Ohne die Augen mal richtig aufzumachen, riss ich die Tür auf und betrat den Raum.
Gleich beim zweiten Schritt verlor ich dank meiner supertollen Schuhsohlen das Gleichgewicht, weil ich mitten in eine Pfütze gelaufen war. Ich wäre beinahe hingefallen, wenn mich nicht plötzlich jemand aufgefangen hätte. Erst als ich wieder gerade stand, sah ich, in wessen Armen ich gelandet war. Leon, der lediglich ein Handtuch um die Hüften geschlungen hatte, hielt mich in seinen Armen fest. Ich war starr vor Erstaunen und sah ihn nur mit großen Augen an. In diesem Moment näherte sich uns Daniel von hinten an.
Er fragte: „Susi, was machst du denn hier? Und was hat das denn zu bedeuten?“
„Das fragst du noch?“, meinte Gabriel, der nur in Jeans plötzlich aufgetaucht war, „ich finde, das sieht doch ziemlich eindeutig aus.“
Leon ließ mich schlagartig los, und wir wurden beide tomatenrot. Verlegen sah ich zu Daniel und Gabriel. Während Gabriel breit grinste, sah Daniel sehr verärgert aus. Ich wollte nur noch so schnell wie möglich raus und stammelte eine Erklärung zusammen. Es stellte sich heraus, dass der Handwerker rechts und links verwechselt hatte. Super, dafür war ich so im vorderen Duschbereich der Herren gelandet. Ein Glück, dass ich nicht mitten bei den Duschen herausgekommen war. Das wäre bestimmt megapeinlich geworden. Damit hätte ich die Lacher für die nächsten Wochen gepachtet gehabt. Nicht auszudenken! Obwohl, so ein paar knackige Jungs unter Dusche… egal, jetzt war es ohnehin gelaufen.
Am Abend feierte die Mannschaft mit Freunden ihren überragenden Sieg. Ich war froh, dass mein dämlicher Fehltritt keine weitere Erwähnung fand. Dafür waren sie zu sehr von ihrem eigenen Können überwältig, als dass sie auf solche belanglosen Nebenschauplätze eingegangen wären.
Nichtsdestotrotz spielte mein Fehltritt in einem Gespräch eine Rolle, das ich zufällig auf meinem Weg zu den Getränken mit anhörte. Leon und Daniel hatten sich ein wenig abseits von den anderen feiernden Gruppen platziert und diskutierten eifrig darüber, ob es von mir nicht Absicht gewesen sein könnte, sich in der Tür zu irren. Daniel schien diese Theorie nicht zu passen, was er auch lautstark gegenüber Leon vertrat.
Da lachte Leon nur und sagte: „Jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich werde mich schon zurückhalten. Außerdem bezweifle ich, dass sie überhaupt an mir interessiert wäre. Sie ist viel zu gut für mich und schlichtweg unerreichbar.“
„Sie ist auch unerreichbar für mich, das weißt du. Wir haben Max versprochen, sie in Ruhe zu lassen“, entgegnete Daniel.
„Er tut aber gerade so, als sei aus Zucker oder schlimmer noch, eine Göttin, die nur angebettet und nicht berührt werden darf“, zischte Leon zurück.
„Gut, er übertreibt ein wenig. Trotzdem müssen wir uns an die Absprache halten“, erklärte Daniel.
Leon sah ihn bedeutungsvoll an und sagte mit deutlichem Nachdruck: „Wollen wir nur hoffen, dass Gabriel die Finder von unserer Göttin lässt.“
„Das wird er schon nicht tun“, bekräftigte Daniel.
„Abwarten“, sagte Leon.
Bevor mein sinnloses Herumstehen noch auffiel, eilte ich zu den Getränken. Ich konnte kaum glauben, was ich gehört hatte. Wie konnte sich mein Cousin nur so einmischen? Das war doch nicht seine Sache, oder? Es war einfach wieder typisch für ihn: Er musste wieder gentlemanlike handeln und hatte sich dabei bestimmt nicht so richtig Gedanken über mögliche Folgen gemacht. Und seid wann war ich zu gut für beide?
Es war klar, dass ich mit Max zu reden hatte. Noch am selben Abend wollte ich das in die Tat umsetzen, doch es gelang mir nicht, ihn davon zu überzeugen, diesen Unsinn, den er begonnen hatte, wieder sein zu lassen. Er meinte, er wolle mich nur beschützen. Nach einer längeren Diskussion musste ich feststellen, wie sinnlos es war, weiter darüber zu streiten. Max beharrte auf seiner Position. Immer wieder warf er seinen Freunden vor, wie mies sie sich teilweise verhielten. Ich hatte seine Meinung zu akzeptieren, dennoch sagte sich, er könne nicht erwarten, sein Ding ohne weiteres durchziehen zu können.
Am Abend lag ich sehr lange wach im Bett. Ich brütete dem, was ich gehört hatte. Während ich nachdachte, ging mir immer wieder eine Liedzeile durch den Kopf: „She` s so high like Cleopatra, Joan of Arc or Aphrodite, she` s so high, high above me“.
Dieses Lied verfolgte mich noch die nächsten Wochen. Während ich mich auf den Beginn des Studiums freute, wirkte es so, als ob Daniel und Leon einen Wettstreit ausfochten, wer denn besser für mich geeignet war. Seltsamerweise waren sie auch gleichzeitig die Schiedsrichter, insofern war es fraglich, was dieser kindische Blödsinn eigentlich sollte. Mich beeindruckten sie damit überhaupt nicht. Stattdessen tat ich etwas, womit sie niemals gerechnet hatten: Ich hatte einen neuen Freund.
Von da an war ich wieder unerreichbar, und ihre Kabbeleien gingen zurück. Das lag aber auch daran, dass Gabriel für Leon zu einer ernstzunehmenden Bedrohung geworden war: Er wurde zum begehrtesten Schwarm, beim Fußball hatte er ihn ausgebootet, das Abitur war ihm besser geglückt, er war – warum auch immer – ausgemustert worden und fuhr Leons Traumauto. Es begann, zwischen den beiden zu kriseln, was unsere gemeinsamen Treffen zusätzlich neben der Tatsache belastete, dass ich nicht mehr solo war. Der Einzige, den das aufrichtig freute, war Max. Daniel und Leon dagegen mussten sich vorerst damit abfinden, dass sie abgemeldet waren. Mein Interesse galt in erster Linie meinem Freund, und dabei wollte ich es auch belassen, womit ich aber nicht immer erfolgreich war. Sobald Daniel und ich uns zufällig berührten oder uns einen gewissen Blick zuwarfen, war da wieder dieses bestimmte Gefühl, das einfach nicht verschwinden wollte. Es war sehr hartnäckig und brachte langsam, aber unaufhaltsam die Grenze zum Unerreichbaren immer weiter zum Verschwinden.
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