Freitag, 13. Juni 2008
Das Chaos ist perfekt... Teil 2
susisdiary, 16:32h
Wenige Tage später feierte Florian Geburtstag. Wie in der letzten Zeit üblich, machte ich mich bei Daniel zu Hause im Gästezimmer breit, wo ich, seitdem der Familienzwist begonnen hatte, die Nächte verbrachte, wenn ich meine Freunde besuchte. Ich fühlte mich in Daniels Gegenwart einfach wohl und ignorierte weitestgehend das flatterige Gefühl im Bauch.
Der Geburtstag war ein reiner Erfolg. Jeder amüsierte sich und es gab keinen Ärger. Irgendwann zwischen elf und zwölf bot Florian Eis am Stiehl an. Blind griffen wir in die Packungen. Als wir unser Eis in den Händen hielten, erlebten wir eine Überraschung. Die Eissorten waren nach den sieben Sünden benannt. Ich hatte Eitelkeit erwischt, was ich als äußerst passend empfand. Daniel dagegen hielt Wollust in seinen Händen und Leon Neid. Man hätte glatt meinen können, wir hielten unseren persönlichen Orakelspruch für den damaligen Abend in den Händen. Während ich heftig mit Daniel flirtete und er ständig mit mir tanzen wollte, sah ich aus den Augenwinkeln, dass Leon die Szenerie argwöhnisch beäugte. Sein kritischer Blick entging mir nicht, doch ich ließ es mir nicht anmerken.
In dieser Nacht kam ich nicht zum Schlafen, weil ich ständig Daniel im Kopf hatte. Es hatte mich schwer erwischt, anders konnte ich es mir nicht erklären. Ich musste mit Daniel darüber reden. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, wie er empfand. Aber was war mit Leon? War er denn tatsächlich eifersüchtig?
Am nächsten Morgen rückte ich nicht mit der Sprache raus. Ich hatte vor Daniels Reaktion Angst und entschloss mich erst einmal, abzuwarten.
Allzu lange dauerte das Warten aber nicht an. Bereits drei Wochen später war eine Vereinsfeier geplant, zu der mich Daniel, Leon und die anderen einluden. Ich freute mich und dachte, dies sei die Gelegenheit, um endlich mit Daniel zu sprechen.
Es kam dann doch ein wenig anders, als ich es geplant hatte. Auf der Feier machten Daniel und ich genau da weiter, wo wir an Florians Geburtstag aufgehört hatten. Es knisterte dermaßen zwischen uns, dass ich mir meiner Sache ziemlich sicher war. Leon blendete ich vorher aus, um nicht aus Rücksicht doch noch einen Rückzieher zu machen. Dennoch fiel mir auf, dass er für meinen Geschmack ein wenig zu finster dreinschaute und zu viel trank, was mich nicht gerade beruhigte.
Meine Nervosität nahm permanent zu; man könnte fast sagen, es wurde von Sekunde zu Sekunde immer schlimmer. Gegen halb drei machten wir uns auf den Weg, zu Daniel nach Hause. Für Anfang Februar war es seltsamerweise gar nicht so kalt, weshalb wir noch Arm in Arm spazieren gingen. Mein Herz schlug bis zum Hals, und ich hoffte inständig, dass es ihm nicht auffiel.
Als wir bei ihm waren, folgte ich ihm auf sein Zimmer, da er mir beim Spaziergang von seiner neuen Surroundanlage erzählt hatte. Ich wollte das Klangerlebnis mit eigenen Ohren hören.
Deshalb fragte ich: „Machst es dir was aus, wenn ich sie noch mal teste?“
„Aber klar doch. Leg ruhig was aus. Meine Eltern sind nicht da, deshalb stören wir auch niemanden. Ich hole noch was zu trinken und bin gleich wieder da. Mach es dir in der Zwischenzeit ruhig bequem“, antwortete er und verließ sogleich das Zimmer.
Ich stand da wie vom Blitz gerührt. Wieso hatte er bis jetzt verschwiegen, dass seine Eltern nicht da waren? Hätte er das nicht früher sagen können? Dank diesem Kommentar war ich nun noch viel nervöser als ohnehin schon. Um wieder ein wenig runterzukommen, ging ich ins Gästezimmer und suchte meinen Diskman. Ich entnahm die sich darin befindende CD und eilte zurück in sein Zimmer. Dort ging ich zur Anlage, legte die CD ein und versuchte, mich auf die Musik zu konzentrieren, damit ich mich wieder beruhigte. Ich genoss den fantastischen Klang und wechselte das Musikstück. Da kam Daniel mit einer Wasserflasche zurück ins Zimmer. Während er die Flasche abstellte, wechselte ich erneut das Lied. Eigentlich wollte ich noch ein Lied weiter springen, da hielt mich Daniel mit einem Stopp zurück. Er kam auf mich zu, nahm mir die Fernbedienung aus der Hand, legte diese beiseite und fragte, ob ich zu diesem Stück mit ihm tanzen wolle. Ich lächelte und hauchte ein Ja in die Luft. So begangen wir zum Lied „I want to spend my lifetime loving you“ zu tanzen. Ein schöneres Kitschlied hätte gar nicht laufen können.
Das Verrückte war, umso das Lied dem Höhepunkt zueilte, desto mehr knisterte es zwischen uns beiden. Mir war gleichzeitig heiß und kalt. Ein Schauer nach dem anderen lief mir den Rücken hinunter, und ich konnte nur noch in Daniels hübsche, blaue Augen sehen. Er strahlte mich unverwunden an, was mich noch mehr zum Schmelzen brachte. Schließlich küsste er mich, und mir war, als ob ich urplötzlich ins Paradies katapultiert worden war.
Am nächsten Morgen war es offiziell: Wir waren ein Paar! Während uns die meisten als das Traumpaar schlechthin feierten, tat Leon so, als ginge ihn die Sache gar nichts an. Er spielte den Coolen, und mir war es recht. Sollte er ruhig den Unnahbaren spielen, so machte er wenigstens keinen Ärger.
Die nächsten Tage, die folgten, waren einfach wundervoll. Ich war mit Daniel so glücklich, wie schon seit langem nicht mehr, und ich musste mich ernsthaft fragen, ob ich jemals in den anderen Beziehungen so viel für jemanden empfunden hatte. Nichts konnte meine gute Laune trüben. Meine eigenen Zweifel waren wie fortgespült.
Der Geburtstag war ein reiner Erfolg. Jeder amüsierte sich und es gab keinen Ärger. Irgendwann zwischen elf und zwölf bot Florian Eis am Stiehl an. Blind griffen wir in die Packungen. Als wir unser Eis in den Händen hielten, erlebten wir eine Überraschung. Die Eissorten waren nach den sieben Sünden benannt. Ich hatte Eitelkeit erwischt, was ich als äußerst passend empfand. Daniel dagegen hielt Wollust in seinen Händen und Leon Neid. Man hätte glatt meinen können, wir hielten unseren persönlichen Orakelspruch für den damaligen Abend in den Händen. Während ich heftig mit Daniel flirtete und er ständig mit mir tanzen wollte, sah ich aus den Augenwinkeln, dass Leon die Szenerie argwöhnisch beäugte. Sein kritischer Blick entging mir nicht, doch ich ließ es mir nicht anmerken.
In dieser Nacht kam ich nicht zum Schlafen, weil ich ständig Daniel im Kopf hatte. Es hatte mich schwer erwischt, anders konnte ich es mir nicht erklären. Ich musste mit Daniel darüber reden. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, wie er empfand. Aber was war mit Leon? War er denn tatsächlich eifersüchtig?
Am nächsten Morgen rückte ich nicht mit der Sprache raus. Ich hatte vor Daniels Reaktion Angst und entschloss mich erst einmal, abzuwarten.
Allzu lange dauerte das Warten aber nicht an. Bereits drei Wochen später war eine Vereinsfeier geplant, zu der mich Daniel, Leon und die anderen einluden. Ich freute mich und dachte, dies sei die Gelegenheit, um endlich mit Daniel zu sprechen.
Es kam dann doch ein wenig anders, als ich es geplant hatte. Auf der Feier machten Daniel und ich genau da weiter, wo wir an Florians Geburtstag aufgehört hatten. Es knisterte dermaßen zwischen uns, dass ich mir meiner Sache ziemlich sicher war. Leon blendete ich vorher aus, um nicht aus Rücksicht doch noch einen Rückzieher zu machen. Dennoch fiel mir auf, dass er für meinen Geschmack ein wenig zu finster dreinschaute und zu viel trank, was mich nicht gerade beruhigte.
Meine Nervosität nahm permanent zu; man könnte fast sagen, es wurde von Sekunde zu Sekunde immer schlimmer. Gegen halb drei machten wir uns auf den Weg, zu Daniel nach Hause. Für Anfang Februar war es seltsamerweise gar nicht so kalt, weshalb wir noch Arm in Arm spazieren gingen. Mein Herz schlug bis zum Hals, und ich hoffte inständig, dass es ihm nicht auffiel.
Als wir bei ihm waren, folgte ich ihm auf sein Zimmer, da er mir beim Spaziergang von seiner neuen Surroundanlage erzählt hatte. Ich wollte das Klangerlebnis mit eigenen Ohren hören.
Deshalb fragte ich: „Machst es dir was aus, wenn ich sie noch mal teste?“
„Aber klar doch. Leg ruhig was aus. Meine Eltern sind nicht da, deshalb stören wir auch niemanden. Ich hole noch was zu trinken und bin gleich wieder da. Mach es dir in der Zwischenzeit ruhig bequem“, antwortete er und verließ sogleich das Zimmer.
Ich stand da wie vom Blitz gerührt. Wieso hatte er bis jetzt verschwiegen, dass seine Eltern nicht da waren? Hätte er das nicht früher sagen können? Dank diesem Kommentar war ich nun noch viel nervöser als ohnehin schon. Um wieder ein wenig runterzukommen, ging ich ins Gästezimmer und suchte meinen Diskman. Ich entnahm die sich darin befindende CD und eilte zurück in sein Zimmer. Dort ging ich zur Anlage, legte die CD ein und versuchte, mich auf die Musik zu konzentrieren, damit ich mich wieder beruhigte. Ich genoss den fantastischen Klang und wechselte das Musikstück. Da kam Daniel mit einer Wasserflasche zurück ins Zimmer. Während er die Flasche abstellte, wechselte ich erneut das Lied. Eigentlich wollte ich noch ein Lied weiter springen, da hielt mich Daniel mit einem Stopp zurück. Er kam auf mich zu, nahm mir die Fernbedienung aus der Hand, legte diese beiseite und fragte, ob ich zu diesem Stück mit ihm tanzen wolle. Ich lächelte und hauchte ein Ja in die Luft. So begangen wir zum Lied „I want to spend my lifetime loving you“ zu tanzen. Ein schöneres Kitschlied hätte gar nicht laufen können.
Das Verrückte war, umso das Lied dem Höhepunkt zueilte, desto mehr knisterte es zwischen uns beiden. Mir war gleichzeitig heiß und kalt. Ein Schauer nach dem anderen lief mir den Rücken hinunter, und ich konnte nur noch in Daniels hübsche, blaue Augen sehen. Er strahlte mich unverwunden an, was mich noch mehr zum Schmelzen brachte. Schließlich küsste er mich, und mir war, als ob ich urplötzlich ins Paradies katapultiert worden war.
Am nächsten Morgen war es offiziell: Wir waren ein Paar! Während uns die meisten als das Traumpaar schlechthin feierten, tat Leon so, als ginge ihn die Sache gar nichts an. Er spielte den Coolen, und mir war es recht. Sollte er ruhig den Unnahbaren spielen, so machte er wenigstens keinen Ärger.
Die nächsten Tage, die folgten, waren einfach wundervoll. Ich war mit Daniel so glücklich, wie schon seit langem nicht mehr, und ich musste mich ernsthaft fragen, ob ich jemals in den anderen Beziehungen so viel für jemanden empfunden hatte. Nichts konnte meine gute Laune trüben. Meine eigenen Zweifel waren wie fortgespült.
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